Stellungnahme: Bebauungsplan „Mittlerer Siegenberg“ der Gemeinde Reichenbach

Sehr geehrte Damen und Herren,
der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) und der LNV (Landesnaturschutzverband) bedanken sich für die Zusendung der Unterlagen zum oben genannten Verfahren und der Möglichkeit dazu Stellung nehmen zu können.
Zunächst sind wir überrascht, dass mit dem Tag der öffentlichen Auslegung der Planunterlagen, die Rodung der Gehölze begonnen hat. Der Bevölkerung sowie der Träger öffentlicher Belange blieb so die Möglichkeit einen echten Einspruch gegen das Fällen der Bäume zu erheben, verwehrt. Wir bitten Sie deshalb bei anderen Verfahren die Stellungnahmen deutlich früher, einzuholen.
Aus unserer Sicht ist es außerdem sehr bedauerlich, dass nicht wie im Amtsblatt vom 1. Juni 2012 (s. Anlage) von der Gemeindeverwaltung angekündigt ein naturschutzrechtlicher Ausgleich nach der Eingriffs-/Aus¬gleichsregelung erfolgt.
Zitat: ...Denn ohne Bebauungsplan würde es keinen naturschutzrechtlichen Ausgleich für den Eingriff in den Ökobestand geben. Jetzt findet im Rahmen der Planung eine Eingriffs-Ausgleichsregelung statt....
Es wurde lediglich eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung nach EU-Recht durchgeführt und keine Eingriffs-Ausgleichs-Bilanzierung nach Bau¬gesetzbuch (BauGB), wonach sämtliche betroffene Schutzgüter, etwa auch das Schutzgut Boden, auszugleichen gewesen wären. Dies wäre  beim Bebauungsplan „Mittlerer Siegenberg“ allemal sinnvoll gewesen, da der weitläufige Grünbereich eine Fortsetzung des direkt angrenzenden Außenbereichs mit seinen strukturreichen Streuobstwiesen darstellt.
Für den BUND und den LNV


Jürgen Kroll
Vorstandsmitglied BUND-OV Reichenbach-Hochdorf

 

Bäume gefällt und Fakten geschaffen

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